Beiträge von sputniki

    Nun, für den Endkunden mag es gleich wirken, aber technisch liegen zwischen Autocharge und Plug&Charge genauso viele Welten wie in der Zubereitung zwischen Filterkaffee und Kopi Luwak  :saint:


    EnBW bietet bisher nur Autocharge an seinen eigenen Ladestationen via CCS an - ein Verfahren bei dem einmalig nach Autorisierung durch Karte oder App die MAC-Adresse des Fahrzeugs (ohne das im Auto irgend eine Software- oder Userinteraktion abläuft) im Backend von EnBW für zukünftige Ladevorgänge gespeichert wird. Beim nächsten Anstecken prüft eine EnBW-Ladesäule, ob die übermittelte MAC-Adresse des Fahrzeugs bereits im Backend bekannt ist ("Prüfung Autocharge läuft"). Ist das der Fall, überspringt die Ladesäule die Authorisierungsaufforderung und beginnt mit dem Ladevorgang auf Rechnung Deines EnBW-Kontos.

    Die Aussage von CarManiac in dem auf dieser Seite erwähnten Video über die VW/Skoda/Cupra-Modell ist meiner Meinung nach falsch: Bei denen funktioniert Autocharge nicht, weil die Übermittlung angeblich "unzuverlässig" wäre, sondern weil VW bei jedem neuen Anstecken einfach eine randomisierte MAC-Adresse übermittelt - also nie ein Fahrzeug wieder mit der selben Adresse am Ladepunkt erscheint.


    Plug&Charge nach dem ISO-Standard 15118 ist ein komplexes Verfahren, bei dem:

    • sich die Ladesäule bzw. der Anbieter (CPO) beim Fahrzeug mit einem Zertifikat authentifiziert
    • sich das Fahrzeug via Internet bei einer Zertifizierungsinstanz (unabhängiger externer Dienstleister, z.B. Hubject) versichert, dass die Ladesäule zum angegebenen CPO gehört
    • sich das Fahrzeug gegenüber der Ladesäule mit einem einzigartigen Zertifikat des Fahrzeugs ausweist, welches "unterschrieben" wurde vom Hersteller (OEM)
    • ab hier kommt noch der ganze Softwarekram, der je nach Fahrzeug unterschiedlich sein kann:
      • nur ein Anbieter hinterlegbar (ISO 15118-2:2014)
      • mehrere Anbieter hinterlegbar (ab ISO 15118-20), Auswahl manuell durch Fahrer oder
      • mehrere Anbieter hinterlegbar, Auswahl automatisch nach definierbaren Kriterien (z.B. ARAL-Pulse-Ladepunkt erkannt, lade mit hinterlegtem Aral-Pulse-Vertrag)
    • wie auch immer in der Software gelöst - es wird auf jeden Fall ein hinterlegter Schlüssel (Zertifikat) eines Ladestromanbieters (EMP) gegenüber dem CPO präsentiert werden müssen
    • Der CPO wird dieses Zertifikat seinerseits gegen einen Drittanbieter (wiederum z.B. Hubject) prüfen und bei Erfolg den Ladevorgang freigeben, den er dann dem EMP mit der Zertifikats-ID in Rechnung stellen kann

    Das war eine oberflächliche Beschreibung, bei der z.B. das Hinterlegen der Verträge im Fahrzeug oder die Kopplung von Ladesäule, EMP, CPO und Fahrzeug an weitere Dienstleister nicht beschrieben sind.


    Ich hoffe es ist nun klar, dass Autocharge nur auf den ersten Blick das selbe wie Plug&Charge ist?

    Aber warum gibt es dann diese zwei Arten? Autocharge wurde 2021 bei einigen Anbietern (EnBW, Fastned) vor allem eingeführt, weil sich der ISO-Standard zur Kommunikation an der Ladesäule (ISO 15118) noch in der Entwicklung befand und weil es in absehbarer Zeit noch nicht genügend Fahrzeuge mit Plug&Charge-fähiger Soft- und Hardware auf dem Markt befinden würden. Dies hat sich drei Jahre später noch nicht grundlegend geändert, weshalb die meisten Anbieter die Umstellung oder Einführung von Plug&Charge noch vor sich her schieben (hier bspw. Pfalzwerke)

    Mit ENBW plug&charge ich seit ich den Megane habe, wenn damit gemeint ist, dass das Fahrzeug einmal mit dem ENBW Hypernetzwerk bekannt gemacht werden muss und danach bei jedem Ladevorgang an bestimmten (Schnell-)Ladern einfach angesteckt wird. Das Auto fängt dann nach dem Handshake an zu laden, die Abrechnung wird über die App eingespielt etc.

    Lieber @Konnat , schau doch mal bitte hier: RE: Aral Pulse - Plug&Charge

    Es ist für unbedarfte Leser dieses Threads nicht hilfreich, wenn jemand im Brustton der Überzeugung inhaltlich daneben liegt. ;)

    Woran siehst du, dass ich offline bin.?

    Und seltsam ist doch, in dem Moment, wenn ich eine Route eingebe, geht es dann OFFLINE.

    Das ist doch nicht normal?

    Im zweiten Foto (Routenplanung aktiv) sieht man unten in der Infobox eine durchgestrichene Wolke. Das bedeutet, dass Maps keinen Zugriff auf Online-Dienste hat, also "blind" ohne Verkehrsinformationen navigiert.

    Da ich Carplay wireless nutze (und deshalb das Auto nicht mein Handy als Hotspot nutzen kann), schalte ich in solchen Situationen zwischen dem Navi vom Handy und dem vom Auto um. Das ist besonders ärgerlich, wenn das Auto für längere Zeit offline ist und man eigentlich einen Ladestopp geplant hat (Akkukonditionierung). Also spätestens 50km vor der Ladesäule wieder auf Auto-Navi umschalten.

    Außerdem nervig: Man sieht die Belegungsstatus der angesteuerten Ladepunkte nicht mehr, wenn das Auto offline ist.

    Der Titel des Threads lautet ja "Aral Pulse - Plug&Charge", daher sollte hier auch stehen, das Aral Pulse einer der wenigen Anbieter ist, die Plug&Charge (seit 2022) implementiert haben:
    https://www.aral.de/de/global/…wegs/plug_and_charge.html


    Der Megane hat, so weit ich weiß, keine Implementation (und wird sie vermutlich auch nicht bekommen). Der R5 benötigt für Vehicle-to-Grid sowieso die Implementation der ISO 15118, daher ist die Funktion "Plug&Charge" ebenfalls mit an Board.

    Zuhause mit 7,2 kW einphasig laden geht grundsätzlich nicht. Kann die Ladestation nur 11kW dreiphasig, gibt es auf einphasig maximal 3,7kW. Hast Du zuhause eine 22kW-Ladestation, die auch mit 22kW angeschlossen ist, gibt diese einphasig dank der Schieflastbegrenzung maximal 4,6kW ab.


    Im öffentlichen Raum ist es nur geringfügig anders: 11kW-Ladesäulen (und davon gibt es viele) geben ebenfalls einphasig max. 3,7kW ab. Bei 22kW-Ladesäulen greift grundsätzlich auch die Schieflastverordnung, was nur 4,6kW einphasig erlauben würde. Es gibt aber Säulen, die durch technische Einrichtungen (z.B. zusammenschalten zweier Phasen) einphasig auch bis zu 7,2kW erlauben. Dies ist aber so nicht erkennbar, da hilft vermutlich nur probieren.


    Edit: Nicht umsonst werden einphasige Ladegeräte immer mit BIS ZU 7,2kW beworben...

    Danke für Einordnung der technischen Hintergründe: Dann darf ich also weiterhin einphasig an mit meinem kaputten Megane-OBC an öffentlichen Ladepunkten mit (bis zu) 7,2kW laden. ;)
    PS: Etwas anderes habe ich doch gar nicht behauptet.

    Hier muss der Gesetzgeber eigentlich nichts unternehmen - es gibt im BGB klare Vorgaben über die Gestaltung einer Rechnung und m.M.n. erfüllt Renault diese momentan nicht (oder nur eingeschränkt). Immerhin erreicht man per Telefon einen Menschen und kann die Dinge regeln. Aber Kulanz ersetzt hier fehlende Transparenz und so etwas geht auf Dauer zulasten des Geschäfts. Wenn Renault selbst nicht weiß, welchen Preis sie berechnen müssen... :rolleyes:

    Einen Versuch ist es wert. Bin allerdings nicht sicher, ob an öffentlichen Ladesäulen Schieflast möglich ist.

    Kannst Du bei deiner Wallbox die Sicherungsautomaten einzeln schalten? Dann ginge das auch zuhause (wenigstens mit 3,7 kW).

    Hybride laden ja auch oft an öffentlichen Ladepunkten nur einphasig. Einige Smart EQ-Modelle laden auch nur einphasig und können bis zu 7,2kW einphasig laden (32A).

    Zuhause muss ich keine Sicherungen ausschalten - meine Wallbox lädt im PV-Überschuss ja auch oft nur einphasig und ich kann das auch manuell als Vorgabe setzen. Daher weiß ich ja, dass der Megane einphasig lädt und es deshalb weder ein Isolationsproblem noch ein Kommunikationsproblem sein kann. :saint: